Hoffnungsland in drei Kirchen
"Hoffnungsland" heißt ein monumentales Musical, das vorgestern, gestern - und heute ein drittes Mal - von Schubart-Realschülern und Weiler Chormitgliedern in Szene gesetzt wurde.
Die spektakuläre Geschichte der Israeliten mit ihrer Flucht aus Ägypten und der 40 Jahre währenden Wanderung durch die Wüste Sinai wurde häufig bereits in Monumentalfilmen gezeigt. Um diese spannende Historie genauso monumental als Musical zu inszenieren, probten sowohl der Chor der Schubart-Realschule als auch "sChörle" und "Tempo 40" aus Weiler - alle unter der Leitung von Dr. Christiano Pesavento - seit Beginn des Schuljahres.
Genauso intensiv und lange übten die Theaterspieler aus der Klasse 5d und 6d sowie einige ältere Schüler mit ihrer Regisseurin Valérie Guéraiche für die drei Aufführungen von "Hoffnungsland", die am Donnerstag in der Pauluskirche, am Freitag in Sankt Maria und heute Abend in der Christuskirche in Bad Ditzenbach präsentiert wurden und werden. Herausgekommen ist ein stellenweise emotional packendes Musical, das den Auszug aus Ägypten und die Anfechtungen auf dem Weg in das gelobte Land musikalisch aufgreift und in Szene setzt.
Den Hauptpart übernimmt der 52-köpfige "Monumental-Chor", der mit den eindrücklichen, tiefgehenden Liedern die Kirche füllt und die am Donnerstag rund 70 Zuhörer begeistert. Vor allem die mutigen Solistinnen, gleich acht an der Zahl, stellen die Zweifel, Fragen und den Glauben von Mose und den Israeliten stimmlich in den Vordergrund.
Hervorragend wird der Chor begleitet von einer Projektband, die immer wieder aufs Neue Glanzpunkte setzt. "Tausendmal verraten" heißt etwa ein Lied, bei dem Simone Gruber mit der Klarinette in Kombination mit dem Sopransaxofon, gespielt von Dirigent Christiano Pesavento selber, die Eindrücklichkeit des Textinhalts musikalisch unterstreicht.
Die kleinen Schauspieler beleuchten zwischen den Liedern schlaglichtartig Szenen aus dem Buch "Exodus". Sensibel begleitet vom souveränen Erzähler Justin Gonzalez flüchten die Israeliten trockenen Fußes durch das Schilfmeer vor den Armeen des Pharaos, beten das - verblüffend wirkungsvolle, selbst gebastelte - Goldene Kalb an oder scharen sich um die steinernen Gesetzestafeln (ebenfalls im Kunstunterricht hergestellt). Sina Huber überzeugte in ihrer Rolle als Moses.
Eine Geschichte aus uralter Zeit, aktueller denn je?, das fragen die Organisatoren auf ihrem Flyer. Ja, zeigt schon der erste Satz des Erzählers in der Einführung. Denn der Pharao ließ die Erstgeborenen der Israeliten töten, aus Angst vor Überfremdung. Angst vor Überfremdung - ob uns das bekannt vorkomme? Damit beginnt das Musical und es endet mit stürmischem Applaus.

Quelle: Geislinger Zeitung, vom 17.04.2010 |